Unterwegs

Auf den Spuren der Bass-Virtuosen

Was tun Musiker*innen, wenn sie auf einer Tournee ein paar freie Stunden haben?

Der Solo-Kontrabassist Wies de Boevé etwa begibt sich wo immer möglich auf die Spuren seiner grossen Vorgänger Giovanni Bottesini (1821-1889) und Domenico Dragonetti (1763-1846): «Wohnadressen, Konzertsäle, Friedhöfe – es gibt vieles zu entdecken!»

So verband er das Mailänder Konzert im vergangenen Mai mit einem Besuch im Conservatorio, «dort hat Bottesini studiert, und seine Noten sind im Original frei zugänglich». Und nach dem Auftritt in Yokohama hat er weiter musiziert – auf jenem Testore-Kontrabass, mit dem Bottesini durch die ganze Welt gereist ist. Ein japanischer Arzt und Sammler hat ihn einst gekauft, heute gehört er seiner Tochter, die zufällig einen Kontrabassisten geheiratet hat. «Sie freuen sich, wenn sie das Instrument zeigen können. Und für mich ist es ein Erlebnis, darauf zu spielen.»

Auf den bevorstehenden Tourneen wird er in Wien jenen Palast besuchen, in dem Dragonetti Beethoven kennengelernt hat. Und in Baden-Baden wird er zum Kurhaus pilgern, «Bottesini hat sowohl im Saal als auch im Park gespielt und dirigiert». Vielleicht hat er auch Brahms getroffen, der damals in der Stadt lebte: «Es wäre grossartig, einen Hinweis darauf zu finden!»

veröffentlicht: 01.08.2026

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